Seit 11 Jahren trägt die DKSJ wesentliches zur Anerkennung und Weiterentwicklung der Jazzausbildungen in der Schweiz bei.

Die DKSJ, in der alle Jazzabteilungen von Musikhochschulen sowie beinahe alle Jazzschulen, welche staatlich oder SMPV-anerkannte Ausbildungen anbieten oder dies anstreben, wurde 1994 gegründet. Bereits 1991 hatte in Interlaken eine Tagung stattgefunden, an der die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit der Jazzschulen diskutiert wurde, damals aber zu keiner formellen Zusammenarbeit führte. Erst nachdem die EDK die Jazzschulen aufgefordert hatte, sich wie die Konservatorien in einer Direktorenkonferenz zu organisieren, kam es 1994 in Bern zur Gründung der DKSJ. Treibende Kräfte damals waren Franz Biffiger und Marianne Doran. Letztere prägte als erste Präsidentin den Aufbau der institutionalisierten Zusammenarbeit massgebend. An der Gründung waren die Jazzschulen von Basel, Bern, Genf, Lausanne, Luzern, Montreux, St. Gallen, Zürich und die inzwischen geschlossene ACM Zürich beteiligt. Neu dazu gestossen ist 2003 die SMUM in Lugano. Präsidenten/innen waren Marianne Doran (1994-2000), Franz Biffiger (2001 – 2003) und seit 2004 Hämi Hämmerli.

Die DKSJ setzt sich für Ausbildungen im Jazz und dessen Umfeld ein. Insbesondere kümmert sie sich um nationale und internationale Anerkennung und die Qualitätssicherung der Ausbildungsgänge. Sie arbeitet an der Planung und Umsetzung einer koordinierten Ausbildung an allen Schulen in Bezug auf grundlegende Anforderungen an Lehrplan und Prüfungen. Die DKSJ versteht sich im Rahmen der Vorgaben als Ansprechpartner für die Konferenz Musikhochschulen Schweiz KMHS, die EDK (im Nicht-Fachhochschulbereich) und weitere staatliche Stellen. Sie pflegt Kontakte zu Organisationen und Institutionen wie: Schweizer Musik Syndikat SMS, Schweizer Musikrat, International Association of Schools Of Jazz IASJ, Verein Pro Jazz Schweiz.

Im Vordergrund der Arbeiten stand vorerst die Ausarbeitung von Rahmenlehrplänen für Jazzschulen auf Stufe Höhere Fachschule (1996). Als 1999 die Jazzschulen von Basel, Bern, Luzern und Zürich in die dort entstehenden Musikhochschulen integriert wurden, leistete die DKSJ einen wesentlichen Beitrag in der Erarbeitung der Ausbildungsprofile im Bereich Jazz. Im Moment ist sie stark in der Umsetzung des Bologna-Prozesses und dessen Auswirkung auf Struktur, Zielsetzung und Inhalt der jazzbezogenen Studiengänge involviert. Sie ist in allen wichtigen Gremien der KMHS vertreten.

Die DKSJ trifft sich mindestens zweimal jährlich zu Sitzungen. Die Gruppe Musikhochschulen trifft sich zusätzlich 4-6 Mal jährlich.

European Credit Transfer System ECTS
Im Jahr 2000 – lange bevor die Studienreform Bologna“ aktuell wurde – begann sich eine Arbeitsgruppe der DKSJ in einem Pilotprojekt mit dem Thema ECTS (European Credit Transfer System) zu befassen. Um Anhaltspunkte zum tatsächlichen gesamten Arbeitsaufwand, welchen Studierende an Jazzschulen leisten, zu ermitteln, wurden in einer alle Mitgliedschulen umfassenden Untersuchung Mittelwerte zum Verhältnis Präsenzunterricht – Selbstudium ermittelt. Darauf gestützt erarbeiteten Hämi Hämmerli und Hanspeter Künzle, von der EDK unterstützt, ein Papier mit Empfehlungen für die Einführung des ECTS an Jazzabteilungen von Musikhochschulen, welches als Grundlage für die laufenden Arbeiten im Kreis der Musikhochschulen dient.

Die Vorschläge der DKSJ zur Erleichterung der nationalen Mobilität von Jazzstudierenden wurden inzwischen von der KMHS übernommen. Geplant ist, im Rahmen von Campus CH“ jährliche Veranstaltungen für Jazzstudierende von Musikhochschulen zu organisieren. Ausserdem beteiligen sich einige Jazzabteilungen 2005 erstmals an den Jazzgesprächen Schaffhausen“, an welchen im Rahmen des dortigen Jazzfestivals relevante Themen in namhaften Runden angesprochen und diskutiert werden.

Weiterbildung für Jazz-Dozierende
Die DKSJ führt im Turnus jährlich eine 2-tägige Weiterbildungsveranstaltung für Jazz-Dozierende durch, welche inzwischen Beispielcharakter für ähnliche Veranstaltungen im Klassikbereich hat. Die erste solche Veranstaltung zum Thema Gehörbildung“ fand 2003 in Bern statt, 2004 folgte Basel mit dem Thema Entsprechen die heutigen Ausbildungskonzepte den Ansprüchen der Jazz-Ästethik?“, 2005 findet die Veranstaltung in Zürich, 2006 dann in Luzern statt.

Hämi Hämmerli, April 2005


Direktoren-Konferenz Schweizerischer Jazzschulen
Phone: ++41-41-412 20 56 / Fax: ++41-41-412 20 57 / E-Mail: haemi.haemmerli@hslu.ch