An den Schweizer Jazzschulen studieren zahlreiche Talente: 17 von ihnen führt Alexander von Schlippenbach im Oktober in einer All-Star-Bigband für Konzerte in der Schweiz zusammen. Von Schlippenbach komponiert eigens Stücke für das Unternehmen
Eine Zusammenarbeit der Jazzabteilungen der Musikakademie Basel, Hochschule der Künste Bern, Haute Ecole de Musique Lausanne, Musikhochschule Luzern, Zürcher Hochschule der Künste.
Ein Campus-Schweiz-Projekt der Direktor/innen-Konferenz Schweizer Jazzschulen DKSJ
Organisation: Hanspeter Künzle, ZhdK
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Der Vorhang geht zum zweiten Mal auf für ein Aufsehen erregendes Projekt der Schweizer Jazzschulen: Letztes Jahr durften Jazzstudierende der Schulen in Zürich, Luzern, Basel, Bern und Lausanne eine Tour spielen unter Anleitung des britischen Jazzmusikers Mike Westbrook - jetzt, nach dem letztjährigen Erfolg, kommt der deutsche Jazzpionier Alexander von Schlippenbach in die Schweiz, um mit jungen Jazzern neue Stücke zu erarbeiten und auf die Bühne zu bringen. Im Projekt, das die Direktorenkonferenz der Schweizerischen Jazzschulen (DKSJ) initiiert, spielen jeweils drei bis vier Jazzinstrumentalisten einer Jazzschule; an drei Tagen probt Alexander von Schlippenbach mit den insgesamt 17 Instrumentalisten, bevor die Konzerte folgen. «Von Schlippenbach wird eigens Kompositionen schreiben für das Unternehmen», sagt Hans Peter Künzle von der Jazzabteilung der Zürcher Hochschule der Künste, der das Projekt betreut. Der deutsche Jazzpionier sei ein Glücksfall für die diesjährige Bigband mit Schweizer Jungjazzern - von Schlippenbach habe eine unkonventionelle Art mit Grossorchestern umzugehen, reizvoll sei auch die Kompositionspraxis des deutschen Musikers in ihrer Mischung zwischen freien Tönen und Ausarrangiertem, das in die moderne Klassik hineingehe. Alexander von Schlippenbach, geboren 1938 in Berlin, ist einer der Grossen des europäischen Jazz. Mit seinem «Globe Unity Orchestra» wurde der Pianist in den 1960er-Jahren fast über Nacht berühmt - nicht zuletzt mit seinem Namen wird die Emanzipation des europäischen Jazz vom amerikanischen Jazz in Verbindung gebracht. Von Schlippenbach probierte freie Musizierpraktiken im Big-Band-Kontext aus, steht für eine turbulent-aufrührerische Musik; doch schon in der damaligen Klängen war heraushörbar, dass von Schlippenbach seine Musik nicht nur vom Jazz her andachte, sondern auch Techniken der Neuen Musik fruchtbar einbezog - kein Wunder bei einem, der zuvor in Köln beim berühmten E-Komponisten Bernd Alois Zimmermann studiert hatte. Das «Globe Unity Orchestra» versammelte über Jahre die Spitze des europäischen Jazz, von Evan Parker bis zu Kenny Wheeler, von John Surman bis zum Zürcher Trompeter Jürg Grau. Und seit den 1960ern ist Alexander von Schlippenbach immer wieder neu aufgebrochen und hat zuverlässig spannende Projekte auf die Bühne gebracht. In jüngerer Zeit machte er vor allem mit «Monk's Casino» von sich reden: Mit einem Quintett spielte der Pianist auf mal ironische, mal tiefernste, immer aber eigenwillige Art das Gesamtwerk von Thelonious Monk ein. Es wird spannend sein, zu verfolgen, wie Alexander von Schlippenbach all sein Wissen in die Arbeit mit den Schweizer Jungjazzern einfliessen lässt! Projekt soll auch Zusammenarbeit der Schweizer Jazzschulen fördern Die Direktorenkonferenz der Schweizerischen Jazzschulen will mit dem Bigband-Unternehmen auch die Zusammenarbeit zwischen den Schweizer Jazzschulen, den Jazzabteilungen der Musikhochschulen fördern. Das Projekt läuft im Rahmen der Idee Campus Schweiz der Konferenz Musikhochschulen Schweiz. In der DKSJ sind alle Jazzschulen der Schweiz vertreten, die eine staatliche oder vom Schweizerischen Musikpädagogischen Verband (SMPV) anerkannte Ausbildung anbieten oder dies anstreben. Die DKSJ kümmert sich um die nationale und internationale Anerkennung und Weiterentwicklung der Ausbildungsgänge und fördert den Kontakt zu den klassischen Ausbildungsinstitutionen, zur Erziehungsdirektorenkonferenz und weiteren nationalen und internationalen Organisationen. Sie war in den letzten Jahren wesentlich beteiligt an der Erarbeitung der Ausbildungsprofile im Bereich Jazz an den Schweizer Musikhochschulen. Präsident der DKSJ ist derzeit George Robert, Lausanne. Konzerte Dienstag, 14. Oktober, 20. 30 Uhr: Bird's Eye, Basel Line-up Samuel Würger Tp Bern |